Probiotika: Nützliche Bakterien für unsere Gesundheit

Unser Darm ist von Milliarden Bakterien bevölkert, deren sorgsam austariertes Gleichgewicht entscheidend für unsere körperliche und mentale Gesundheit ist. Gerät dieses empfindliche System aus der Balance, können Probiotika dazu beitragen, das Darm-Mikrobiom zu stärken.

Probiotische Bakterien sind in bestimmten Lebensmitteln sowie in hochdosierter Form in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Nach dem Verzehr gelangen sie in den Darm, von wo aus sie ihre gesundheitsfördernde Wirkung nicht nur auf den Verdauungstrakt, sondern auch auf verschiedene andere Körperfunktionen ausüben können.

Probiotika: Was ist das?

Probiotika sind laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „lebende Mikroorganismen, die bei einer Zufuhr in ausreichender Menge einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben, der über die gewöhnlichen nutritiven Wirkungen hinausreicht“. Der Begriff probiotisch ist aus dem Griechischen abgeleitet: „Pro bios“ bedeutet so viel wie „für das Leben“.

Um die gesundheitsfördernde Wirkung von Probiotika weiß man bereits seit mehr als hundert Jahren. Der russische Bakteriologe Elie Metchnikov, ein Schüler Louis Pasteurs, stellte Anfang des 20. Jahrhunderts fest, dass Milchsäurebakterien in Joghurt und Sauermilch die Immunabwehr im Körper stärken und krankheitserregende Keime aus dem Darm verdrängen können. Dank intensiver Forschung ist es zwischenzeitlich gelungen, etliche Bakterienstämme mit probiotischem Effekt zu identifizieren und ihre spezifische Wirkung auf eine Reihe von Erkrankungen nachzuweisen.

Welche Rolle spielen die Bakterien im Darm?

Es besteht eine enge Wechselbeziehung zwischen dem menschlichen Körper und den Darmbakterien, die den gesamten Verdauungstrakt, vor allem aber den Dickdarm besiedeln. Inzwischen sind rund 2.000 verschiedene Bakterienarten bekannt, die dort vorkommen können. Welche davon bei jedem Einzelnen vorhanden sind, ist individuell unterschiedlich und so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Die Gesamtheit der bakteriellen Besiedlung wird als Darm-Mikrobiom bezeichnet, früher auch Darmflora benannt.

Um nicht von der zu verdauenden Nahrung weggeschwemmt zu werden, haften die Bakterien an der Darmwand und bilden dort einen Biofilm. Sie unterstützen den Körper bei der Abwehr schädlicher Bakterien. Die Barrierefunktion der Darmschleimhaut wird gestärkt und stellt einen wichtigen Schutz vor Eindringlingen dar. Zudem stimulieren die Darmbakterien das menschliche Immunsystem. Krankheitserregende Keime können so durch mehrstufige Immunreaktionen besser abgewehrt und bekämpft werden.

Bei der Verdauung spielt das Darm-Mikrobiom ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Bakterien produzieren Enzyme, die bei der Aufspaltung und Verwertung des Speisebreis helfen und unterstützen damit eine gesunde Verdauung. Sie sind in der Lage, wichtige Vitamine wie z.B. Vitamin K und einige B-Vitamine zu synthetisieren und ergänzen so die mit der Nahrung zugeführten Mikronährstoffe.

Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse findet ein Informationsaustausch zwischen Verdauungstrakt und Gehirn statt. Inzwischen ist bekannt, dass nicht nur das Gehirn den Darm steuert, sondern umgekehrt auch Botschaften des Darms das zentrale Nervensystem erreichen und z.B. Emotionen beeinflussen können.

Wirkmechanismen von Probiotika

Die Gabe von Probiotika kann die Darmflora im positiven Sinne beeinflussen, so dass sie ihre physiologischen Aufgaben wahrnehmen kann. Liegt eine Fehlbesiedlung des Darms vor, werden gezielt Bakterienstämme zugeführt, die das Gleichgewicht des Mikrobioms wieder herstellen und schädliche Bakterien verdrängen sollen.

Probiotika können die Verdauung durch die Produktion von Enzymen unterstützen. Zum Beispiel Laktose abbauende Enzyme, die die Auswirkungen einer Laktoseintoleranz vermindern können. Lactose benötigt zur Spaltung das Enzym Lactrase. Diese ist entwicklungsgeschichtlich vorhanden oder nicht und nimmt im Laufe des Lebens ab. Entzündungsauslösende Mechanismen können durch Probiotika heruntergeregelt und die Entzündungsreaktionen abgeschwächt werden.

Zudem wird das Immunsystem im Darm angeregt und vermehrt Antikörper und Abwehrstoffe durch Immunzellen gebildet. Die Bildung von antimikrobiotischen Toxinen durch probiotische Bakterien hilft bei der Abwehr krankheitserregender Keime. So wird die Abwehrfähigkeit auf mehreren Ebenen gefördert und der Erhalt einer gesunden Darmschleimhaut unterstützt. Hinzu kommt eine Verbesserung der Ernährungssituation der Darmzellen, da Probiotika die Bildung kurzkettiger Fettsäuren fördern, die gut verwertet werden können.

Vielseitige Anwendungsgebiete von Probiotika

Da Probiotika für den Darm zahlreiche positive Effekte bewirken können, erschließen sich breit gefächerte Einsatzgebiete für die nutzbringenden Bakterien. Einige sind für Laien überraschend, erklären sich aber dadurch, dass die Probiotika-Wirkung nicht nur auf den Darm beschränkt ist, sondern in einem komplex vernetzten Organsystem ihren Effekt entfaltet.

Probiotika bei Darmerkrankungen

Blähbauch und Reizdarmsyndrom sind häufig anzutreffende Verdauungsstörungen, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können. Sind ernsthafte Erkrankungen durch ärztliche Abklärung ausgeschlossen, können Probiotika einen Baustein der Therapie darstellen. Mittels Probiotika die Darmflora günstig zu beeinflussen, stellt mittlerweile eine durch wissenschaftliche Studien bestätigte Strategie dar.

Manchmal wird das als „Darmsanierung durch Probiotika“ bezeichnet. Dadurch entsteht die Vorstellung, man könne die Darmflora durch Probiotika aufbauen. Durch die Zufuhr nutzbringender Bakterien entsteht aber kein komplett neues, sondern ein breiter gefächertes Mikrobiom, bei dem die gewünschten Spezies ihre positiven Wirkungen entfalten können und regulierend auf die Darmschleimhaut einwirken.

Beim Reizdarm-Syndrom klagen die Betroffenen über Verdauungsstörungen, die mit Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfungen bzw. Durchfällen einhergehen. Es liegt eine Fehlregulation der Darmmotilität vor, zudem ist die Barrierefunktion der Darmschleimhaut beeinträchtigt und die Schmerz- und Druckrezeptoren im Bauchraum reagieren bereits auf leichte Reizungen. Ob und welche Probiotika bei Reizdarm hilfreich sein können, wurde in wissenschaftlichen Studien untersucht. Bei experimentellen Forschungsansätzen zeigte sich, dass bei Reizdarm Probiotika die Wiederherstellung der Darmbarriere fördern können.

Beim Blähbauch stellt sich nach dem Essen ein unangenehmes Völlegefühl ein, Betroffene haben das Gefühl, dass der Bauch mit Gas gefüllt ist und leiden zum Teil an starken Flatulenzen. Durch eine gezielte Ernährungstherapie lassen sich die Beschwerden oft deutlich lindern. Der Einsatz von Probiotika gegen Blähbauch ist eine Möglichkeit, um eine Dysbiose des Mikrobioms auszugleichen. Da die Darmflora durch Probiotika positiv geprägt wird, kann sich dies in Kombination mit einer Ernährungsumstellung symptommildernd auswirken.

Probiotika im Darm
Mit Probiotika lassen sich dem Darm-Mikrobiom gezielt nutzbringende Bakterien zuführen.

Bei entzündlich geprägten Darmerkrankungen wie Colititis ulcerosa und Morbus Crohn können Probiotika helfen, die Entzündungen schneller abheilen zu lassen und ein erneutes Aufflammen zu vermeiden. Durch die Stärkung der Barrierefunktion wird die geschädigte Schleimhaut in ihrem Regenerationsprozess unterstützt. Zudem zeichnen sich geeignete Probiotika durch eine entzündungshemmende Wirkung aus.

Auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, speziell bei Laktoseintoleranz und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus zeigen sich durch Probiotika hoffnungsvolle Therapieansätze.

Ist aufgrund einer bakteriellen Entzündung im Körper eine Antibiotikatherapie angezeigt, treten als Nebenwirkung häufig Durchfälle auf. Wie durch Probiotika Durchfall vermieden werden kann und wie die Darmflora von Probiotika profitieren kann, erfahren Sie im Beitrag „Probiotika bei Antibiotika“.

Psychobiotika: Systemische Wirkungen von Probiotika

Darmbakterien wirken nicht nur lokal im Verdauungstrakt, sondern können durch die Produktion von Botenstoffen, die anschließend über den Blutkreislauf in den Körper gelangen, auch Wirkungen im Gehirn entfalten. Die sogenannten Neurotransmitter übermitteln Informationen zwischen Nervenzellen. Ein Beispiel ist die γ-Aminobuttersäure (GABA), die von einigen probiotischen Stämmen erzeugt werden kann. Die medizinische Forschung untersucht derzeit, ob sich dadurch neue Therapieoptionen für Patienten ergeben und welche Probiotika gegen Depressionen zum Einsatz kommen können.

Probiotika zur Unterstützung des vaginalen Mikrobioms

Ebenso wie der Darm ist auch die Vagina mit einem Mikrobiom besiedelt. Die Bakterien-Zusammensetzung unterscheidet sich jedoch deutlich: Auf der Vaginalschleimhaut herrscht ein durch Milchsäurebakterien geprägtes saures Milieu, das eine gute Abwehr gegenüber Krankheitserregern bildet. Können Hefepilze der Gattung Candida die Schutzbarriere überwinden und sich einnisten, äußert sich das durch einen weißlichen Ausfluss und Juckreiz bzw. Brennen im Bereich der Scheide.

Die klassische Therapie besteht in der Gabe von Antimykotika, um die Mykose zu bekämpfen. Insbesondere bei regelmäßigem Befall mit einem Pilz können Probiotika helfen, die natürliche Schutzfunktion des Scheiden-Mikrobioms wieder herzustellen.

LACTIBIANE® Cnd

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Schutz & Unterstützung einer gesunden Darm- & Vaginalflora, enthalten 2 lebensfähige mikrobiotische Bakterienstämme

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Probiotische Lebensmittel

Um den Darm gesund zu halten und die Immunabwehr gegen Krankheitserreger zu unterstützen, empfehlen Ernährungsexperten probiotische Lebensmittel in den Speiseplan aufzunehmen. Es gibt eine Reihe von Nahrungsmitteln, die lebende Mikroorganismen enthalten. Beim Kauf der natürlichen Probiotika muss man allerdings genau hinschauen: Bestimmte Inhaltsstoffe und Produktionsmethoden führen dazu, dass die gesunden Bakterien nicht überleben.

Milchprodukte

Joghurt ist wohl das bekannteste Probiotikum, er enthält von Natur aus bestimmte Milchsäurekulturen. Es ist deshalb nicht notwendig, zu teuren Zubereitungen zu greifen, die das Label „probiotisch“ tragen. Ein normaler Naturjoghurt tut es auch und versorgt den Körper zusätzlich mit Calcium und Eiweiß. Wichtig ist, dass er relativ frisch und nicht pasteurisiert ist, damit ausreichend lebende Bakterienkulturen in den Darm gelangen. Für einen nachhaltigen Effekt sollte das Milchprodukt täglich gelöffelt werden. Wer mag, kann der Zwischenmahlzeit Ballaststoffe in Form von frischem Obst hinzufügen. Fertige Fruchtjoghurts, denen reichlich Zucker zugesetzt wurde, sind nämlich nicht geeignet.

Dem leicht säuerlich schmeckenden Kefir werden zur Gärung neben Milchsäurebakterien auch Hefen zugesetzt. Kefir ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Das laktosearme Getränk wird meist auch von Menschen mit Laktoseintoleranz gut vertragen. Da industriell hergestellte Produkte aus dem Supermarkt oftmals keine lebenden Mikroorganismen mehr enthalten, empfiehlt es sich Kefir selbst anzusetzen.

Fermentierter Kohl

Mit probiotischen Bakterienkulturen, reichlich Ballaststoffen sowie Vitamin C und B12 kann Sauerkraut punkten. Lebende Mikroorganismen weist fermentierter Kohl allerdings nur auf, wenn er roh verzehrt wird. Statt zu einem Produkt in Glas oder Dose zu greifen, also besser frisches Sauerkraut im Reformhaus oder auf dem Wochenmarkt kaufen. Gleiches gilt für Kimchi, die koreanische Variante aus Chinakohl. Frisches hausgemachtes Kimchi wird in einigen Asia-Läden angeboten. Durch die Fermentierung wird der Kohl leichter bekömmlich, damit können die Probiotika Blähungen vorbeugen.

Schüssel mit leckerem Kimchi
Natürliche Probiotika gegen Blähbauch: Dank Fermentation unterstützen Kimchi und Sauerkraut den Verdauungsprozess. Das häufig auftretende Völlegefühl nach dem Verzehr von Kohl bleibt somit aus.

Probiotisches aus der Asia-Küche

Gute Probiotika-Quellen für Veganer sind Tempeh und Miso, sie werden ohne tierische Zutaten hergestellt. Ebenfalls aus Asien kommt der Kombucha. Bei der Fermentierung von Kräuter- oder Schwarztee mit dem Kombuchapilz entstehen neben Milchsäurebakterien auch Essig- und Kohlensäure sowie Alkohol. In fertig abgefüllten Produkten stecken oft viel Zucker und Koffein. Lebende Keime sind hingegen nicht mehr vorhanden, weshalb sich auch hier die eigene Herstellung lohnt. 

Saure Gurken und Apfelessig

Apfelessig werden verschiedenste positive Wirkungen auf die Gesundheit nachgesagt: Er soll unter anderem beim Abbau überflüssiger Pfunde helfen und den Blutzuckerspiegel senken. Probiotische Bakterien sind nur in ungefilterten, nicht pasteurisierten Bio-Erzeugnissen enthalten.

Aufs Etikett muss man auch bei eingelegten Gurken schauen. Sie dienen nur als Probiotika-Lieferant, wenn die Gurken durch Milchsäuregärung sauer werden und nicht durch Zusatz von Essig. Erkennbar ist das an der Bezeichnung „Salzgurken“.

Vor- und Nachteile probiotischer Lebensmittel

Der regelmäßige Verzehr probiotischer Nahrungsmittel kann zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung beitragen. Die Zubereitung ist allerdings zum Teil recht aufwändig, zudem lässt sich die Zufuhr lebender Mikroorganismen schlecht messen und fällt eher niedrig aus. Angesichts der Tatsache, dass im Darm-Mikrobiom etwa  10 bis 100 Billionen Bakterien beheimatet sind, lassen sich nennenswerte Effekte – vor allem bei einer bestehenden Dysbiose – vermutlich nicht erzielen. Stattdessen kann eine auf den jeweiligen Bedarf angepasste Probiotika-Therapie erwogen werden.

Hochdosierte Probiotika in Nahrungsergän­zungsmitteln

In den letzten 20 Jahren konnten zahlreiche klinische Studien und wissenschaftliche Untersuchungen den Stellenwert des Mikrobioms für unsere Gesundheit und die positiven Aspekte von Probiotika für den Darm nachweisen. Entsprechend umfangreich ist mittlerweile das Angebot in Apotheken.

Bevor man sich für eine Supplementierung entscheidet, sollte man sich ausführlich informieren, mit welchem Präparat die gewünschte Wirkung zu erzielen ist. Denn das eine alles umfassende Probiotikum, das bei jedem gesundheitlichen Problem hilft, gibt es nicht. Stattdessen zeichnet sich jeder Probiotikastamm durch einzigartige Eigenschaften aus, die mit spezifischen Wirkmechanismen in Verbindung gebracht werden.

Voraussetzungen für ein wirksames Probiotikum

Trotz der großen Anzahl an Bakterien sind nur wenige als Probiotika geeignet. In erster Linie handelt es sich um Milchsäurebakterien der Gattungen Laktobazillen, Bifidobakterien, Streptokokken und Laktokokken. Jede dieser vier Gattungen umfasst jedoch Tausende von Spezies und ein Vielfaches an unterschiedlichen Stämmen.

Um als Probiotikum ausgewählt zu werden, muss ein Bakterienstamm folgenden Kriterien entsprechen:

  • In wissenschaftlichen Untersuchungen muss seine Wirksamkeit nachgewiesen sein.
  • Bei der Passage des Magen-Darm-Trakts muss das Probiotikum Magen- und Gallensäure widerstehen. Halten die Bakterien diesen Bedingungen nicht stand, können sie nicht lebend in Dünn- und Dickdarm ankommen und dort ihre gesundheitsfördernden Effekte entfalten.
  • Der Bakterienstamm muss über eine ausreichende Stabilität und langfristige Lebensfähigkeit unter normalen Lagerungsbedingungen verfügen.
  • Eine gute Haftungsfähigkeit an der Darmschleimhaut erhöht die Anwesenheitsdauer der Bakterien im Darm. Außer bei sehr hoher Dosierung kann das Probiotikum den Dam lediglich durchlaufen. Bei guter Haftung an der Darmwand ist eine Kolonialisierung möglich, die nachhaltige Wirkungen erlaubt.

Verschiedene Arten von Probiotika

Probiotika sind als Einzelstamm-, Multistamm- und Multi-Spezies-Präparate erhältlich. Wie der Name schon sagt, enthalten Einzelstamm- oder Singlestrain-Probiotika nur einen bestimmten Bakterienstamm, während in Multistamm-(Multistrain-)Probiotika mehrere Stämme einer Art vorhanden sind. Multi-Spezies-Probiotika bestehen aus einer Kombination von Bakterienstämmen unterschiedlicher Gattungen und Spezies.

Das Motto „Viel hilft viel“ trifft bei Probiotika nicht unbedingt zu. Während man früher davon ausging, dass ein Produkt aus möglichst vielen Komponenten bestehen sollte, kann ein gezielt ausgewählter einzelner Bakterienstamm oder die Kombination von Stämmen einer Art aufgrund der spezifischen Eigenschaften einem Multispezies-Präparat oftmals vorgezogen werden.

Zwei kleine Mädchen trinken aus ihrem Milchglas

Probiotika für Kinder

In bestimmten Situationen kann sich die Gabe altersgerechter Probiotika günstig auswirken. Wann, das lesen Sie

Patient sitzt beim Arzt, der sich Notizen auf dem Patientenbogen macht

Erfahrungen mit Probiotika

Diese Kriterien, bei der Suche nach den besten Probiotika, sollten Sie beachten.

Junge Frau nimmt Probiotika ein

Einnahme von Probiotika

Damit die Präparate ihre Effekte voll entfalten können, ist bei der Einnahme einiges zu beachten.

Frau in gepunktetem Shirt nimmt Antiobiotka-Tablette ein

Probiotika bei Antibiotika-Einnahme

Wichtig ist, dass die Wahl auf das geeignete Mittel fällt. Lies hier nach, was zu

Unterschiedliche Darreichungsformen probiotischer Nahrungsergänzungsmittel

Probiotika stehen vor allem als Kapseln oder Pulver zur Verfügung. Es gibt auch Probiotika als Tabletten, die Darreichungsform ist jedoch nicht ideal: Wie bereits beschrieben, ist es wichtig, dass die Bakterien magen- und gallensaftresistent sind, um den Darm lebend erreichen. Tabletten weisen hier nur einen geringen Schutz auf, zudem enthalten sie viele Füllstoffe.

Erwachsene bevorzugen in erster Linie Probiotika-Kapseln. Je nach Präparat enthalten sie nur wenig Zusatzstoffe, vor aggressiven Säuren im Magen-Darm-Trakt sind die lebenden Mikroorganismen durch die Ummantelung geschützt. Für Kinder empfehlen sich Probiotika in Pulverform, sie können mit Wasser, Saft, Brei oder Joghurt vermischt werden.

Vegane Probiotika

Menschen, die sich vegan ernähren, scheuen häufig aus moralischen Gründen vor Probiotika zurück, da diese größtenteils Milchsäurebakterien enthalten. Die Bezeichnung „Milchsäurebakterien“ ist historisch bedingt und beschreibt die Fähigkeit der Bakterien Milchsäure zu produzieren. Die Bakterien selbst sind jedoch vegan. Bei als vegan gekennzeichneten Supplements kommen auch bei der Züchtung der Bakterienkulturen keine tierischen Produkte zum Einsatz. Zusätzlich gibt es Probiotika für Veganer, die z.B. E-coli-Bakterien oder bestimmte Hefekulturen enthalten.

Anwendung von Probiotika

Damit die nützlichen Bakterien in ausreichender Zahl in den Darm gelangen, ist eine kontinuierliche Zufuhr notwendig. Empfohlen wird meist eine Einnahmedauer von mindestens vier Wochen. Bei bestimmten Erkrankungen kann eine längerfristige Anwendung erforderlich sein.

Ausführliche Informationen zum Verzehr der Nahrungsergänzungsmittel haben wir in unserem Beitrag „Einnahme von Probiotika für Sie zusammengestellt.

Mögliche Nebenwirkungen von Probiotika

Probiotika gelten im Allgemeinen als gut verträglich. Bei Unverträglichkeiten ist darauf zu achten, dass im Nahrungsergänzungsmittel keine „kritischen“ Inhaltsstoffe enthalten sind.

Als Nebenwirkungen von Probiotika können Blähungen, Verstopfung oder Durchfall auftreten. Die Beschwerden klingen in der Regel nach einigen Tagen ab. Eine Überdosierung ist unbedingt zu vermeiden: Sie kann heftige Verdauungsprobleme und sogar kognitive Beeinträchtigungen hervorrufen. Die empfohlene Tagesdosis sollte deshalb nicht überschritten werden. Am besten bespricht man die Einnahme vorab mit dem Arzt. Das ist vor allem bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit einer Immunschwäche angeraten.

Tipps zur Stärkung probiotischer Bakterien

Um Wachstum und Vermehrung anzuregen, sollte man den nützlichen Keimen ausreichend „Proviant“ mitgegeben. Der regelmäßige Verzehr von Ballaststoffen, die sich durch eine präbiotische Wirkung auszeichnen – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 30 Gramm – versorgt die Bakterien mit notwendiger Nahrung.

Ausschließlich verlassen sollte man sich ohnehin nicht auf Probiotika zur Darmsanierung. Damit das unausgeglichene Mikrobiom wieder in Balance kommt, sind eine gesunde Ernährungsweise, ausreichend Schlaf und Bewegung, die Vermeidung von Stress und der Verzicht auf toxisch wirkende Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten und Drogen angezeigt.

Was sind Probiotika? Wissenswertes über probiotische Bakterien auf einen Blick

  • Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben können.
  • Die gezielte Zufuhr probiotischer Bakterien kann das Darm-Mikrobiom stärken und bei einer Dysbiose wieder ins Gleichgewicht bringen.
  • Studien belegen eine gesundheitsfördernde Wirkung bei zahlreichen Einsatzgebieten wie Verdauungsstörungen und Darmerkrankungen, als Begleitung einer Antibiotika-Therapie oder bei Depressionen und vaginalen Pilzerkrankungen.
  • Probiotika sind in verschiedenen Lebensmitteln wie z.B. Joghurt, Sauerkraut, Kombucha enthalten – vorausgesetzt es handelt sich um nicht-pasteurisierte Produkte.
  • Für eine messbare, hochdosierte Zufuhr nützlicher Darmbakterien können probiotische Nahrungsergänzungsmittel angewendet werden. Sie sind in verschiedenen Zusammensetzungen und Darreichungsformen erhältlich.

Compare, Debora, Costantino Sgamato, Olga Maria Nardone, Alba Rocco, Pietro Coccoli, Carmen Laurenza, und Gerardo Nardone. „Probiotics in Gastrointestinal Diseases: All That Glitters Is Not Gold“. Digestive Diseases 40, Nr. 1 (2022): 123–32.

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