Schlafstörungen – auch ein Zinkmangel kann die Ursache sein

Laut der Studie „Schlaf gut, Deutschland”, die die Techniker Krankenkasse vorgestellt hat, schläft jeder Dritte in Deutschland nur mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht.  54 % der „Schlecht-schläfer” leiden unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den „Gutschläfern” sind es nur 35 %. Wer schlecht schläft, fühlt sich mehr als doppelt so häufig erschöpft, gereizt und niedergeschlagen.

Viele Schlafstörungen beruhen u. a. auf einer Schlafapnoe, Schmerzen oder Depressionen. Auch Demenzen gehen bereits im Frühstadium häufiger mit Schlafstörungen einher.

Z-Substanzen und Benzodiazepine sollten, wenn überhaupt, nur kurzzeitig, d. h. maximal 4 Wochen eingenommen werden. Bei längeren Zeiträumen lässt ihre Wirkung nach, und das Abhängigkeits-risiko nimmt zu. Obwohl ein Entzug sehr quälend ist, lohnt er sich gerade auch bei älteren und alten Menschen. Denn einige Demenzkranke sind nach dem Ausschleichen der Benzodiazepine gar nicht mehr so dement. Zudem stören die genannten Arzneimittel die Schlafarchitektur und verhindern die Reinigung des Gehirns von Ablagerungen.

Welche Rolle spielt nun das Spurenelement Zink?

Das Spurenelement Zink ist lebensnotwendig für alle physiologischen Systeme, inkl. der Nerven-funktionen. Immer mehr Arbeiten deuten darauf hin, dass dem Zink-Gleichgewicht eine Schlüsselrolle bei Depressionen und Psychosen zukommt. Ein Zinkmangel innerhalb der Zellen kann u. a. die Folge von geringen zirkulierenden Zinkkonzentrationen aufgrund einer ernährungs-bedingten Unterversorgung oder einer beeinträchtigten Aufnahme im Alter bzw.  Erkrankungen wie der Alkoholsucht sein. Zudem beeinflussen diverse Medikamente, die auch psychiatrische Patienten zuweilen einnehmen, inkl. Antikonvulsiva, orale Antidiabetika, Hormone, Antazida, Antiphlogistika etc. die Zinkaufnahme. Klinische Studien zeigen günstige Effekte von Zink-Präparaten bei Depressionen. Meta-Analysen unterstützen den begleitenden Einsatz von Zink bei schweren depressiven Episoden und eine Studie befürwortet die Verwendung von Zink bei psychotischen Symptomen.

Auch andere Studien zeigen, dass Zink antidepressive Eigenschaften besitzt und dass es die Therapie mit konventionellen mono-aminbasierten Antidepressiva verbessern kann. Es ist denkbar, dass die günstigen Effekte von Zink bei depressiven Patienten auf der Aktivierung von Signalwegen beruhen, die mit Vorgängen der neuronalen Plastizität assoziiert sind, so polnische Forscher. Weitere klinische Studien sind nun notwendig, um zu klären, ob Zink auch die Therapie mit anderen Antidepressiva verbessern kann.

Wissenschaftler der Charité in Berlin haben herausgefunden, dass ein Zinkmangel bei ihrer untersuchten Studienpopulation, die 1.514 Personen im Alter von 60 bis 84 Jahren umfasste, häufig vorkam. Sie sind der Meinung, dass eine Erhöhung der Zinkzufuhr und höhere Plasma-Zinkwerte, das Risiko für depressive Symptome reduzieren können. Die Forscher halten daher besonders bei älteren Menschen mit depressiven Symptomen, ein Screening auf ein Zinkdefizit für sinnvoll.

Das Spurenelement Zink ist u. a. wichtig für den Stoffwechsel der Nervenbotenstoffe, es ist an der Funktion von über 300 Enzymen beteiligt, wirkt antioxidativ, entzündungshemmend und antidepressiv. Möglicherweise sind diese Eigenschaften auch die Gründe für seine schlaffördernden Effekte.

Denn eine relativ aktuelle japanische Übersichtsarbeit deutet nun darauf hin, dass das Spurenelement Zink offenbar auch in die Regulation des Schlafes involviert ist. Durch die Einnahme von Zink soll sich sowohl die Quantität als auch die Qualität des Schlafs erhöhen.

Auch andere Arbeiten deuten auf eine schlafverbessernde Wirkung von Zink hin bzw. auf eine Verbindung zwischen niedrigen Zinkwerten und Schlafdefiziten. Daher sollte ein Zinkmangel stets behoben werden.

Zink wird optimal vom Körper aufgenommen und in die Zellen transportiert, wenn es an eine körpereigene biologisch aktive Aminosäure (z. B. Aspartat) gebunden ist. Zudem sollte man auf magensaftresistente Tabletten achten. Denn dank einer besonderen Schutzhülle, passiert der Wirkstoff bei dem genannten Arzneimittel unversehrt den Magen, um dann im Dünndarm aufgenommen zu werden.

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